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mit Günter Lehninger

Marco Kröner  pixelio.de

Februar 2010 – Interview mit Günter Lehniger, Abteilungsleiter Leichtathletik/Laufen

1. Stell Dich doch bitte mal vor, für alle, die Dich noch nicht kennen sollten.

Ich heiße Günter Lehniger, stehe im 62. Lebensjahr, habe mein Berufsleben abgeschlossen, wohne schon ewig in Dabendorf , bin verheiratet und habe 2 erwachsene Söhne.
Im Jahre 1960 habe ich bei „Motor“ Dabendorf in der Schülermannschaft mit dem Fußballspielen begonnen. Mit der Männermannschaft wurde ich Kreispokalsieger. Wegen einer Knieverletzung begann 1975 meine Schiedsrichterkarriere im Fußball von der Kreisklasse bis zur damaligen DDR-Liga und machte dies bis 1989. Weiterhin habe ich eine Übungsleiterlizenz erworben und einige Jahre Nachwuchsmannschaften betreut. Nach der Wende suchte ich eine neue sportliche Herausforderung und begann mit dem Laufsport und schloß mich 1990 der Laufgruppe von Ulrich Böhme an. Ich nahm u.a. 3x am Berlin-Marathon, am Rom-Marathon und an Rennsteigläufen teil sowie wurde Kreisranglistensieger in der AK 45.

2. Seit wann bist Du Abteilungsleiter der Abteilung Leichtathletik? Wie bist Du zu dieser Aufgabe gekommen, bzw. warum hast Du sie übernommen?

Im Jahre 1992 habe ich die Leitung unserer noch kleinen Laufgruppe von 3 Läufern übernommen. Durch regelmäßige Teilnahme an regionalen Laufwettkämpfen haben wir Mut bekommen, selbst eine Veranstaltung zu organisieren und so wurde 1992 der 1. Dabendorfer Herbstlauf geboren. Ich habe schon immer an organisatorischen Aufgaben Gefallen gefunden, es war mein Ziel, unsere Laufgruppe zu vergrößern und den Herbstlauf regelmäßig stattfinden zu lassen.

3. Wie groß ist die Abteilung derzeit (aktive Mitglieder)?

Derzeit hat die Abteilung Leichtathletik 31 Mitglieder. Davon sind 18 aktive Läufer ,einschließlich 5 Kinder, 7 aktive Nordic-Walker und 6 Lauffans (passive Mitglieder). Wir sind nur in der Leichathletikdisziplin Ausdauerlauf aktiv.           

4. Wie beurteilst Du die Entwicklung Deiner Abteilung seit der Fusion? Welche Pläne wurden bisher verwirklicht, wo gab es Probleme, welche sind komplett gescheitert und warum?

Wir haben uns seit 1992 stetig vergrößert und hatten speziell nach einem Herbstlauf Neuzugänge zu verzeichnen. Die Fusion hatte auf unseren Sport keinen Einfluß, weil unser Jahresablauf schon seit   einigen Jahren einen regelmäßigen Rhythmus und Ablauf hat. Höhepunkte in unserer Abteilung sind die u.a. Teilnahme am regionalen TF-Läufer-Cup, am Rennsteiglauf, Spreewaldmarathon, Berlinmarathon, Weinlauf in Meissen sowie die   Organisation des Dabendorfer Herbstlaufes und des Nottelaufes in Zossen. Wir haben regelmäßig im Januar eine Mitgliederversammlung zur Jahresplanung und nach dem Herbstlauf  blicken wir gesellig auf das „Erreichte“ zurück.
Da uns die Nachwuchsgewinnung am Herzen liegt, haben wir in Kooperation mit der Grundschule Dabendorf im April 2005 eine Kinderlaufgruppe ins Leben gerufen. Diese trainiert 1x wöchentlich unter Anleitung ausgebildeter Übungsleiter und nimmt auch an den regionalen Cuplauf-Veranstaltungen erfolgreich teil. Aus dieser Trainingsgruppe haben wir bisher 5 Mitglieder gewonnen.

5. Was sind die Pläne für die Zukunft? Wo soll es mit der Leichtathletik-Abteilung hingehen?

Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen, die von uns auszurichtenden Laufveranstaltungen weiter zur Zufriedenheit der Teilnehmer bestmöglich zu organisieren und neue Laufveranstaltungen kennen zu lernen. Ich möchte mich persönlich dafür einsetzen, das Nordic-Walking weiter an Popularität gewinnt und  weitere Interessenten zur Übungsstunde kommen.
Da es an Übungsleitern mangelt, haben wir es zur Zeit nicht vor, weitere Leichtathletikdisziplinen anzubieten.

6. Du wurdest ja kürzlich vom Landessportbund für Deine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet. Erläutere doch mal bitte, wie es dazu kam und was diese Auszeichnung Dir persönlich bedeutet!

Der Landessportbund Brandenburg in Verbindung mit Lotto-Brandenburg hat seine Vereine aufgerufen verdiente ehrenamtliche Sportler zur Auszeichnung vorzuschlagen. Für das Jahr 2009 hat unser Verein mich zur Auszeichnung vorgeschlagen und somit ist meine fast 50-jährige aktive und organisatorische Arbeit im Sportverein gewürdigt worden. Ich habe immer gerne Sport getrieben und auch versucht, andere dafür zu begeistern und mein Wissen weiterzugeben. Dafür habe ich mich als Übungsleiter und Schiedsrichter qualifiziert um interessierte Sportler anzuleiten und auszubilden sowie im Vorstand aktiv mitzuarbeiten und  Verantwortung zu übernehmen.
Da man diese Aufgaben nicht allein verwirklichen kann, danke ich auch denen, die mich unterstützten sowie mit mir zusammen gearbeitet haben. Somit ist die Auszeichnung eine Anerkennung der vielen Mühen und Entbehrungen.

7. Du bist ja auch Mitorganisator vom Dabendorfer Herbstlauf und dem Notte-Lauf, zwei Veranstaltungen, die mittlerweile einen festen Platz im Sportkalender unserer Region haben. Erläutere doch bitte kurz, wie der Ablauf der Organisation aussieht (Zeitaufwand, wer macht was, Planungsphasen etc.)

Den Dabendorfer Herbstlauf organisiere ich in diesem Jahr zum 19.mal und den Nottelauf zum 5.mal als Veranstaltungsleiter. D.h. ich koordiniere alle zu erledigenden Aufgaben und ein aktiver Kern unserer Abteilung ist bei der Realisierung mit Herz und Eifer dabei. Für mich beginnt jede Veranstaltung mit dem Abschluß der vorangegangenen. Ich mache mir schon Gedanken, was zu ändern wäre und treffe erste Absprachen.
Wenn der bestätigte Veranstaltungstermin durch den DLV vorliegt, muß die Sporthalle angemeldet werden, das Zeitmessteam und die Beschallungstechnik bestellt werden. Es gilt Sponsoren zu finden, die Siegerehrung zu planen, Urkunden, Blumen, Verpflegung, Versorgungshilfsmittel zu bestellen, Absprachen mit der Feuerwehr für die Laufstreckenabsicherung zu führen. Die öffentliche Laufstrecke muß ständig beobachtet werden, damit Veränderungen rechtzeitig korrigiert werden können, notfalls mit der Stadt.
Für eine gute Teilnahme ist Öffentlichkeitsarbeit in Medien und bei anderen Laufwettkämpfen zu leisten. Vor jeder Veranstaltung treffen wir uns und besprechen die Aufgaben, die jeder zu tun hat. Am Veranstaltungstag heißt es dann, rechtzeitig die nötigen Startvorbereitungen zu treffen, wie Streckenmarkierungen, Start-und Zielbereich, Versorgungsstände und das Orgbüro für die Laufanmeldung und Ausgabe der Startnummern und Zeitchips einzurichten.
Nach dem Lauf ist die Siegerehrung zügig durchzuführen und anschließend muß auch alles wieder abgebaut und entsorgt werden. Eine gelungene und begeisterte Laufveranstaltung bei den Teilnehmern lässt die Mühen und den nicht direkt feststellbaren Zeitaufwand vergessen.

8. Eine Frage zum Gesamtverein: Der MSV Zossen ist ja noch ein relativ junger Verein – was müsste Deiner Ansicht nach noch getan werden, damit der Verein noch enger zusammenwächst und dadurch ein besseres Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht?

Mit dem MSV Zossen 07 ist ein großer Sportverein entstanden. Da kann man einfach noch nicht erwarten, dass schon alles zufriedenstellend klappt. Alle Vereinsmitglieder sind aufgerufen aktiv mitzuarbeiten, nicht nur in der eignen Mannschaft, sondern auch mal für den Verein tätig sein. Vorschläge zur Gestaltung unterbreiten und an der Umsetzung mitarbeiten, sich für die anderen Abteilungen interessieren und deren Veranstaltungen mal besuchen und Kontakt zu deren Mitgliedern aufnehmen und mit ihnen diskutieren. Vereinsmitglied sein, heißt nicht nur nehmen und fordern, sondern auch geben. Gemeinschaftssinn ist zu entwickeln, dabei Spaß zu haben und dabei Kampf dem Egoismus. Wir alle sind der Verein und nicht der Vorstand, der mehr machen müsste.

9. Die letzten Worte für Grüße, Anregungen, Kritiken, Lobpreisungen gehören Dir…

Ich wünsche mir, dass sich möglichst viele für den Verein engagieren, neue kreative Gedanken geboren werden und es spürbar im Vereinsleben aufwärts geht. Alle, die in meiner Abteilung sowie im Vorstand aktiv ehrenamtlich tätig sind, danke ich für ihre bisherige Arbeit und hoffe auf eine gute Weiterentwicklung im Verein. Für die Zukunft wünsche ich allen Mitgliedern Gesundheit und sportlichen Erfolg.

Günter Lehniger